Ist dein Epoxidharz weiss , flockig und nicht mehr zu gebrauchen?
Beachte diese Hinweise zur Kristallisation!

Kristallisation von Epoxidharz – Ursachen und typische Anzeichen

Die gute Nachricht zuerst: Die Kristallisation von Epoxidharz ist vollständig reversibel und hinterlässt keinerlei Rückstände. Vergleichbar mit Wasser, das gefriert und wieder auftaut, verändert auch Epoxidharz lediglich sein Verhalten bei Kälte oder starken Temperaturschwankungen – die Qualität bleibt erhalten.
Woran erkenne ich kristallisiertes Epoxidharz?
Typische Anzeichen für eine beginnende Kristallisation sind:
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leichte Trübung des Harzes.
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schwebende Partikel im Gebinde.
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Kristallablagerungen am Boden oder an den Wänden.
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im fortgeschrittenen Stadium eine vollständige Verfestigung.
Da die entstehenden Kristalle eine höhere Dichte besitzen, sinken sie nach unten und bilden milchig-weisse Ansammlungen, die sich mit der Zeit im gesamten Behälter ausbreiten können.
Tritt Kristallisation bei jedem Epoxidharz auf?
Die Antwort lautet: teils ja, teils nein.
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Harze mit hoher Reinheit und niedriger Viskosität sind besonders anfällig für Kristallbildung – vor allem bei niedrigen Temperaturen oder plötzlichen Temperatursprüngen.
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In anderen Fällen kommt es lediglich zu einer leichteren Eintrübung, ohne dass das gesamte Harz vollständig kristallisiert.
Was tun, wenn Epoxidharz kristallisiert?

Nach dem Öffnen der A-Komponente (Harz) sollte der Zustand immer überprüft werden. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten kann es durch niedrige Temperaturen beim Transport passieren, dass das Epoxidharz kristallisiert.
Anleitung: Harz richtig erwärmen
Falls eine Kristallisation festgestellt wird, empfehlen wir, den geschlossenen Behälter der A-Komponente in ein Wasserbad zu stellen:
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Beginnen Sie mit einer Wassertemperatur von max. 60 °C.
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Löst sich die Kristallisation nach ca. 1 Stunde nicht, kann die Temperatur schrittweise erhöht werden – jedoch maximal bis 100 °C.
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Um den Vorgang zu beschleunigen, sollten Sie den Harzklumpen regelmässig wenden und gut durchrühren.
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Je nach Menge des Epoxidharzes kann dieser Prozess etwas Zeit beanspruchen.
Wichtiger Hinweis
Sobald alle Kristalle verschwunden sind, muss das Epoxidharz auf Raumtemperatur abkühlen, bevor es wie gewohnt verwendet werden kann.
Profi-Tipp für Harz-Verarbeitung
Zur genauen Temperaturmessung empfehlen wir ein Infrarot-Thermometer.
Damit haben Sie die Temperatur jederzeit perfekt im Blick und vermeiden Fehler bei der Verarbeitung.
Wie lässt sich Kristallisation von Epoxidharz vermeiden?

Damit Ihr Epoxidharz nicht kristallisiert, sollte es möglichst immer bei optimaler Raumtemperatur (15 °C – 20 °C) gelagert werden. So bleibt die A-Komponente (Harz) dauerhaft flüssig und direkt einsatzbereit.
Falls eine Lagerung in diesem Temperaturbereich nicht möglich ist, empfehlen wir, das Harz vor der Verwendung vorsorglich in ein Wasserbad zu stellen – wie oben beschrieben. So vermeiden Sie Überraschungen beim Arbeiten.
Gut zu wissen:
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Hohe Temperaturen haben keinerlei negative Auswirkungen auf die Harz-Komponente.
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Es kommt weder zu einer Beeinträchtigung der Qualität noch zu einer Aushärtung, da die Reaktion erst in Verbindung mit der Komponente B (Härter) erfolgt.
Service-Hinweis
Sollten dennoch Probleme bei der Verarbeitung auftreten, nehmen Sie bitte vor der Anwendung Kontakt mit uns auf. Unser Support-Team hilft Ihnen gerne weiter.

Fazit: Kristallisiertes Epoxidharz ist kein Grund zur Sorge
Keine Panik, wenn dein Epoxidharz plötzlich milchig oder klumpig wirkt – dabei handelt es sich nur um eine vorübergehende Kristallisation. Mit etwas Geduld und der richtigen Wärmebehandlung lässt sich das Harz vollständig regenerieren und problemlos weiterverwenden.
Wichtig ist, auf eine korrekte Lagerung (15–20 °C) sowie eine sorgfältige Erwärmung im Wasserbad zu achten. So stellst du sicher, dass dein Epoxidharz jederzeit optimal vorbereitet ist – für klare, blasenfreie Ergebnisse bei deinem nächsten Projekt.
Mit dem richtigen Umgang steht deiner Kreativität nichts mehr im Weg!
